Chris Mc George beweist mit seinem „fast-Debüt“ Escape Room, dass er ein ernstzunehmender neuer Stern am Thrillerautoren – Himmel sein wird. Er schreibt schon souverän wie ein alter Hase. Diese geschickt aufgebaute Geschichte weist alle Leckerbissen auf, die das Krimiherz schneller schlagen lassen, interessante Charaktere, Spannungsbogen bis zur letzten Seite und einen ausgeglichenen, unaufgeregten Stil. Well done!

Morgan Shepard hat offenbar sein Lebensziel erreicht, er ist berühmt. Womit er berühmt wurde, war ihm nicht nur als Kind, sondern ist ihm auch jetzt mit Mitte 30 egal. Ein Zufall, der sich ihm als 11jährigem Jungen ergab, war das entscheidende Moment. Er klärte den Mord an seinem Mathelehrer auf und sorgte damit für eine Sensation. Doch in Wirklichkeit war es sein bester Freund Eren, der die maßgebliche Arbeit daran geleistet hatte. Dieser bekam heraus, dass sein Vater den Lehrer ermordete, weil seine verstorbene Frau eine langjährige Beziehung zu dem Lehrer gepflegt hatte. Doch hätte er diese Information an die Polizei gegeben, wäre er Vollwaise. Deshalb bat er Morgan inständig, dieses Wissen für sich zu behalten. Doch schon als 11jähriger Junge konnte Morgan seine Gier nach Öffentlichkeit nicht bremsen. Er ging zur Polizei und stellte sich als Ermittler in diesem Mordfall dar, ohne Rücksicht auf die Folgen für das Leben seines Freundes. Von da an ging es steil bergauf mit ihm. Aktuell ist er ein steinreicher, berühmter TV-Moderator, der aufgeblasen und arrogant in einer oberflächlichen Talk-Show darüber entscheidet, ob zum Beispiel der Ehemann oder Freund des Seitensprungs überführt wird, ohne dies tatsächlich beweisen zu können. Morgan ist schon lange nicht mehr in der Lage, sich über die Folgen für seine Gäste, Gedanken zu machen. Längst bestimmen Alkohol und Tabletten seine tägliche Routine. Eines Morgens erwacht Morgan, so glaubt er zumindest, an ein Bett gefesselt in einem Londoner Hotelzimmer. Er hat keinerlei Erinnerungen daran, wie er dorthin gelangte. Doch er ist nicht allein. Mit ihm befinden sich drei Frauen unterschiedlichen Alters, ein älterer Anwalt und ein junger Hotelangestellter in dem Zimmer. Keiner von ihnen kann sich, so behaupten sie jedenfalls, daran erinnern, wie sie in dieses Zimmer gelangten. Doch einer von ihnen lügt. Denn im Badezimmer befindet sich Morgans ermordeter Psychotherapeut. Über eine Videobotschaft wird Morgan damit beauftragt, zu ermitteln, wer von seinen fünf Mitinsassen den Mord begangen hat. Ihm wird ein Zeitlimit von drei Stunden vorgegeben. Gelingt es Morgan nicht, innerhalb dieser Zeit den Mörder zu ermitteln, droht der maskierte Kidnapper, das ganze Hotel in die Luft zu sprengen. Morgan geht durch die Hölle. Zum ersten Mal in seinem Leben muss er sich seiner Vergangenheit stellen. Immer mehr Mosaike seines bisherigen Lebens fügen sich nach und nach zusammen zu einem Bild, das in Morgan das blanke Entsetzen auslöst. Doch diesmal stellt er sich dem Dämon und kämpft einen erbitterten Kampf.

Klappenbroschur, Knaur HC
400 S., 14,99 €
ISBN: 978-3-426-22677-3

Chris McGeorge studierte Creative Writing an der City University London. Seinen ersten Kriminalroman, Dead Room, reichte er dort als Master-Arbeit ein. Schon als Kind erzählte und schrieb er mit Begeisterung Geschichten und zeichnete seine eigenen Comics. Er ist ein großer Bewunderer von Klassikern wie Agatha Christie oder Conan Doyle und legt seine Geschichte gerne als packende Mischung aus Alt und Neu an. Verwinkelte Plots mit überraschenden Wendungen sind seine Spezialität.

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